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Sommerausfahrt des VFE
am 16.Juli 2005

Der geschichtliche Zusammenhang der zum Limesbau führte

Roemer Die Züge der germanischen Kimbern und Teutonen, ein helvetischer oder germanischer Volksstamm, ereigneten sich in den Jahren 113 bis 101 vor Christus. Sie führten von Jütland bis nach Spanien und endeten 102v.Chr. für die Teutonen bei Aqua Sextiae (Aix en Provence), für die Kimbern 101v.Chr. Vercellae in der Poebene, geschlagen jeweils vom römischen Feldherrn Marius.
Mit den Feldzügen Gaius Julius Cäsars, noch zur Zeit der römischen Republik als Statthalter der Provinz Gallia Narbonensis, der heutigen Provence, wurden in den Jahren 58 bis 51 vor Christus die Gallier, keltische Stämme unter Vercingetorix (Alesia 52v.Chr.) besiegt und ihr Siedlungsgebiet ca. 50km westlich des Rheins als Provinz Gallia Belgica dem Römischen Reich einverleibt. Bereits 58 v.Chr. schlug Cäsar die Sueben, ein germanisches Volk mit ihrem Anführer Ariovist über den Rhein zurück, das versucht hatte in Gallien neuen Siedlungsraum zu gewinnen. Die Grenze zu den Germanenstämmen bildete damals der Rhein. In den Jahren 55 und 53 vor Christus kam es für kurze Expeditionen zum Bau von zwei Rheinbrücken durch Cäsar bei Neuwied.
Unter Kaiser Augustus (30v.Chr.-14n.Chr.) zogen dessen Stiefsöhne Tiberius und Drusus 15 v.Chr. über die Alpen und den Alpenvorraum bis zur Donau. Hier wohnten keltische Stämme wie Vindeliker, Räter, Noriker. Diese Feldzüge scheiterten letztlich am Widerstand der Germanen. Im Jahr 9 kam es zur Niederlage von drei römischen Legionen des Varus im Teutoburger Wald. Im Jahr 7 führte L. Domitius Ahenobarbus ein römisches Heer über die Elbe, traf dort auf die friedlichen Herminduren und veranlasste sie in den zuvor von den Markomannen verlassenen Gebieten Thüringens und Frankens zu siedeln, dem späteren Limesgebiet.
Im Jahr 16 wurden die Germanenfeldzüge abgebrochen - der Rhein blieb die Grenze.
Die Provinz Raetia wurde unter Kaiser Claudius 41-54 gegründet. Die Hauptstadt war Augsburg (Augusta Vindelicum).
Während des Dreikaiserjahres 69, als Vitellius die Untergermanischen Truppen vom Rhein zum Bürgerkrieg nach Rom geführt hatte kam es zum Bataveraufstand, die die Lager Vetera, Neuß und Bonn eroberten.
Der Raum jenseits von Rhein und Donau wurde von den flavischen Kaisern Vespasian, Titus und Domoitian 69-96 erobert. Hier hatten bereits germanische Stämme mit römischer Billigung gesiedelt, wie die Oberrheinsueben. Es wurden Straßen angelegt sowie neue Kastelle errichtet. Das Land war nur schwach bevölkert und es zogen aus dem Reichsgebiet Siedler nach.
Im Jahr 83 griffen die Chatten aus dem heutigen Raum Fritzlar und Kassel zu ihren Waffen, da sie sich durch das römische Vorgehen bedroht gefühlt hatten. Kaiser Domitian wollte die Chatten in einem Präventivkrieg besiegen. Doch sie wichen einer direkten Auseinandersetzung aus und zogen sich nach kleineren Überfällen schnell wieder in die Wälder zurück. Dieser Kriegsführung konnten die eigentlich überlegenen römischen Truppen nur begegnen indem sie eine 180km lange Schneise in die Wälder schlugen. Von diesen Schneisen aus konnten die Wälder durchkämmt werden. Diese erste Schneise befand sich im Taunusgebirge, der Wetterau, nördlich von Frankfurt am Main. Nach dem Ende des Chattenkrieges 85 wurde die Provinz Germania superior gegründet mit der Hauptstadt Mainz (Mogontiacum).
Mitte des 3. Jahrhunderts wurde durch den Volksstamm der Alemannen, der damals an der Elbe gesiedelt hatte der Obergermanische Limes überrannt. Im weiteren Verlauf des 3. Jahrhunderts wurde auch der Rätische Limes aufgegeben und die Flüsse Rhein und Donau wurden wieder zur Reichsgrenze.

Der Limeswall in Deutschland

Roemer Die Länge des Limeswalls in Deutschland beträgt etwa 500km. Im Norden Englands existiert der Hadrianswall, weitere Wälle gibt es auch noch in Osteuropa. Im Endzustand gab es im heutigen Deutschland 60 Limeskastelle und 900 Wachttürme. Die Türme lagen 200 bis 1000m voneinander entfernt. Von der neuzeitlichen Forschung wurde die gesamte Anlage in 15 Abschnitte unterteilt. Unser Abschnitt 14 ist der mit dem besten Erhaltungszustand. Die Limesstrecken 1 bis 11 bilden den Obergermanischen Limes als Begrenzung der römischen Provinz Germania Superior. Die übrigen Streckenabschnitte 12 bis 15 bildeten als Rätischer Limes die Nordgrenze der Provinz Raetia.
Die Anlage des Limes gliedert sich in vier Abschnitte. Zuerst wurde eine Schneise in die Wälder geschlagen oder auf freiem Feld ein Grenzweg angelegt. Dieser Weg wurde von hölzernen Wachttürmen kontrolliert. Unter Kaiser Trajan 98-117 wurde ein erster Holz- oder Flechtwerkzaun an der östlichen Wetteraulinie angelegt. Der Kaiser Hadrian 117-138 ließ als Hindernis die hölzerne Palisade errichten. Diese ist heute noch an Erdverfärbungen des Palisadengrabens erkennbar. Ab Mitte des 2. Jahrhunders durch den Kaiser Antonius Pius 138-161 wurden die hölzernen Wachttürme durch Steintürme ersetzt.
Der Obergermanische Limes verfügte im letzten Ausbauzustand über eine Palisade, Graben und Wall als Annäherungshindernisse. Seine Türme standen einzeln hinter der Wallinie. In Raetien wurde die Palisade aufgegeben und durch eine steinerne Verbindungsmauer ersetzt, 180-217, die später "Teufelsmauer" genannt wurde. Es existierten Limesdurchgänge bei Kastellen oder vereinzelt bei Wachttürmen.
Die Turmbesatzung betrug 4 bis 5 Mann und diente nur der Überwachung. Mit Feuer- und Rauchzeichen oder mit Hornsignalen wurden Annäherung oder Durchbruch eines germanischen Trupps in die benachbarten Kastelle gemeldet, deren Besatzungen dann durch die Limesdurchgänge ausrückten. Die Türme untereinander mussten also gute Sichtverbindung besitzen. Die Sicht auf das Vorfeld wurde als nicht wichtig betrachtet, da manche Türme vor ansteigendem Gelände liegen.
Bei der Landnahme der Germanen ab 260 nach Christus spielten die Limesbauten keine Rolle. Die germanischen Siedlungsgebiete richteten sich allein nach deren Bedürfnissen, die sich kaum mit den römischen Anlagen deckten. In Ackerflächen wurden die Mauern oft herausgerissen oder bis in die Neuzeit als Steinbrüche benutzt. Vor allem in Waldgebieten erhielt sich der Limes am besten.
Das Wort "limes" bedeutete ursprünglich Schneise, offene Bahn für Truppenbewegungen. Erst später bei Tacitus ca.50-116 n.Chr. steht es für Reichsgrenze.
Die Bezeichnung Pfahl vom lateinischen "palus" für die Limes-Grenzlinie hat sich zum Teil bis heute erhalten
Am 15.7.2005 wurde der deutsche Limes von den Vereinten Nationen zum Weltkulturerbe erhoben, dem 28. Objekt in Deutschland.

Limes-Karte

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Rätischer Limes:
Rekonstruktion letzter Bauzustand (Bauphase 4)