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Die Z I R O
Story
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Karl Zirkel
Karl Zirkel wurde am 31.05.1898 in Fürth geboren. Noch seiner Mechanikerlehre machte er sich selbständig und baute zunächst Fahrräder mit Hilfsmotor. 1920 lernte er Albert Roder kennen. Zusammen gründeten sie die Ziro-Motoren-GmbH in Fürth. 1921 siedelte diese kleine Motorradfabrik nach Forchheim über. Nach dem Ausscheiden von Roder im Jahr 1923 führte er die Geschicke der Firma bis Ende 1924 weiter. Dann wechselte auch Karl Zirkel zur ERMAG, wo er bis 1927 beschäftigt war. Noch dem Scheitern der ERMAG gründete er einen Reparaturbetrieb für Autos und Motorräder in Fürth. Er hatte inzwischen die Meisterprüfung sowohl im Mechaniker als auch im Kraftfahrzeughandwerk abgelegt.
Ende der dreißiger Jahre baute Karl Zirkel eine Fahrschule auf, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Nürnberg verlegt.wurde. Die Fahrschule Karl Zirkel war so bekannt und erfolgreich, daß sie noch heute unter dem Namen ihres Gründers geführt wird.
Albert Roder
Albert Roder, am 20. Januar 1896 in Nürnberg geboren, war einer der größten Konstrukteure des Motorradbaues in Deutschland. Noch während seiner Lehrzeit baute er 1912 aus Abfallmaterial seinen ersten eigenen Motor, einen kleinen Zweitakter mit Batteriezündung und schwimmerlosem Vergaser. Sein erstes Meisterstück war ein Flugzeugmotor, bei dem er bereits 1914 aus 1500 ccm eine Leistung von 32 PS herausholte. Diesen Motor verbesserte Roder immer weiter und meldete ihn schließlich 1918 zum Patent an.
Die Gründung der beiden eigenen Motorradfabriken Ziro und ERMAG waren die nächsten wichtigen Schritte im Leben des Konstrukteurs Albert Roder. Für die ERMAG, für die er von 1924 bis 1928 arbeitete, entwickelte er einen der schnellsten Rennmotoren der damaligen Zeit. Von 1928 bis 1936 war Roder erster Konstrukteur der Zündapp-Werke in Nürnberg. Unter seiner Leitung entstanden hier unter anderem ein Sechszylinder-Automotor und ein Vierzylinder-Kompressormotor.
Ein erstes Gastspiel bei NSU in Neckarsulm gab Roder in den drei Jahren vor dem Zweiten Weltkieg. Er hatte wesentlich Anteil an der Entwicklung eines Einzylinder-Doppelnocken-Rennmotors und des legendären Zweizylinder-Kompressormotors, der lange Jahre auf allen Rennpisten ungeschlagen blieb. Während des Krieges arbeitete Roder als Chefkonstrukteur bei den Viktoria-Werken in Nürnberg.
Ab 1946 war er wieder bei NSU und beeinflußte hier ganz entscheidend die Modellpolitik dieses größten deutschen Motorradherstellers. Fox, Lux und Max sind die Namen der Motorräder, die Albert Roder in der ganzen Weit bekanntgemacht haben. Besonders der Max-Motor war in den fünfziger und sechziger Jahren allen anderen Konstruktionen weit überlegen. Mitte der fünfziger Jahre, Roder war inzwischen fast 60 Jahre alt, bewies er noch einmal sein Können als Rennkonstrukteur. Seine 125 und 250 ccm Rennmaschinen fuhren alle gleichklassigen Motorräder auf allen Rennkursen der Weit in Grund und Boden. Dann zog sich NSU endgültig vom Fabrikrennsport zurück.
In dieser Zeit fiel auch eine Entscheidung, die den Neckarsulmern das Überleben sicherte. NSU stieg in den Automobilbau ein. Und unter der Federführung von Chefkonstrukteur Albert Roder entstand der NSU-Prinz, einer der erfolgreichsten Kleinwagen in der deutschen Automobilgeschichte. 1961 trat Albert Roder, auf dessen Namen über hundert deutsche und mehrere hundert Austandspotente laufen, in den Ruhestand. Er starb 74jährig, noch einer Operation in Heilbronn.
Die Ziro
 | | Die 350er (links) und die alte 150er ZIRO mit automatischem Getriebe 1923 beim Avus-Rennen in Berlin | Ein Name zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Firmen Ziro und ERMAG: Albert Roder. Am 20. Januar 1886 in Nürnberg geboren, erlernte er den Beruf des Mechanikers in Fürth. Anfang der zwanziger Jahre lernte er dort Karl Zirkel kennen, wie er Mechaniker und Motorradnarr. Zusammen gründeten sie die Ziro-Motorenwerke. Der Firmenname entstand aus den beiden Anfangsbuchstaben der Familiennamen der Gründer.
In der Fürther Hirschenstraße, im Haus der Eltern von Karl Zirkel, wurden die ersten Ziro-Motorräder gebaut. Angetrieben wurden die Maschinen von einem 150 ccm Zweitakt-Motor mit scheibenförmiger Drehschiebersteuerung ohne Getriebe, aber bereits mit Kettenantrieb zum Hinterrad. Mit einer dieser zierlichen Maschinen hat man schon Bahnrekorde mit einem Schnitt von 78 Stundenkilometern aufgestellt.
 | | Die Belegschaft der Ziro Motorenwerke vor dem Fabrikgebäude in Forchheim |
Im Oktober 1921 wurde die Produktion nach Forchheim verlegt. Dort trat Friedrich Rachinger, Fabrikant in Forchheim, als Teilhaber in die Firma ein. Er stellte am Gründelbach Gebäude und Maschinen für die Fertigung zur Verfügung. Jetzt baute man eine 350er Touren- und Sportmaschine mit vielen technischen Leckerbissen.
So war der Motor ein Zweikanal-Zweitakter mit 72mm Bohrung und 85 mm Hub. Die Gassteuerung durch Rundschieber war zum Patent angemeldet. Das Getriebe besaß schon drei Gänge und Kühlrippen am Gehäuse, um die thermischen Probleme besser beherrschen zu können. Bemerkenswert war das Mischungsverhöltnis von 1:10 sowie der Verbrauch von lediglich drei Litern auf 100 Kilometer. Mit den zwölf Litern Tankinhalt kam man bei einer Höchstgeschwindigkeit von 85 Stundenkilometern rund 400 Kilometer weit.
 | | Die erfolgreiche ZIRO Bahnrekordmaschine. Zweiter von rechts Albert Roder |
Eine Ziro-Besonderheit war eine Handkurbel, mit der der Motor angeworfen wurde. Damit sollte ein Ausbrechen der Zahnsegmente verhindert werden, wie es bei Kickstartern fast immer der Fall war. Die Kunden konnten bei diesem Motorrad zwischen Ketten- und Riemenantrieb wählen. Mit der Sportausführung dieser Maschine war der Bamberger H. Uhlein in den Jahren 1920 bis 1924 ein erfolgreicher Rennfahrer.
Das Werk in Forchheim hatte in seiner Blüte 30 Mitarbeiter und eine Wochenproduktion von drei bis fünf Motorrädern. So war damals übrigens die durchschnittliche Belegschaft und Produktion von 90 Prozent aller deutschen "Motorrad-Fabriken". Ende 1924 geht die Geschichte der Firma Ziro zu Ende.
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