Die
E.R.M.A.G
Story

ERMAG-Logo

Die ERMAG, die einzige Erlanger Motorradfabrik, bestand von 1923 - 1934. In dieser kurzen Zeit erwarb sie sich in ganz Deutschland den Ruf einer qualitativ hervorragenden und sportlich erfolgreichen Marke. Ermagl-Werbung

VerantwortlIch für diesen guten Ruf waren die drei Gründer der ERMAG, unter denen sich - mit dem am 20. Januar 1896 in Nürnberg geborenen Albert Roder - einer der größten Motorradkonstrukteure Deutschlands befand. Zusammmen mit den Mechanikern Karl Zirkel und Hans Siebenkees baute er in den ersten Jahren in Buckenhof Zweitakt-Motorräder, die für die weitere Entwicklung richtungsweisend waren. Diese Maschinen verkauften sich recht gut, aber die Firma war, solange sie existierte, immer in finanziellen Schwierigkeiten. Ende 1926 wagte man den Schritt zu einer Produktionsausweitung und zog in neue Räume in der Rathenaustraße in Erlangen um. Rund vierzig Mitarbeiter waren nun mit der Produktion von Zwei- und jetzt auch Viertakt-Motorrädern beschäftigt.

Die finanziellen Problene brachten die ERMAG schon 1928 an den Rand des Abgrundes. In diesem Jahr gaben Roder, Zirkel und Siebenkees auf und verließen das Unternehmen. Die ERMAG produzierte dann unter wechselnden Geschäftsführern noch bis 1930 weiter, wobei man auf Lagerbestände zurückgriff und auch Einbaumotoren verwendete. 1934 wurde die Firma, die schon lange nur noch auf dem Papier bestand, aus dem Handelsregister gelöscht.

In der kurzen Zeit ihres Bestehens produzierte die ERMAG inmerhin vier verschiedene Modelle. Den Auftakt bildete 1923 die EM 24. Dieses 250 ccm-Zweitakt-Modell war eine typische "Roder-Konstruktion", die für die weitere Entwicklung der Zweitakter richtungsweisend war. ERMAG1924 folgte ihr die EM 24-Viertakt. Der neue Motor war eine hochmoderne Entwicklung, mit hängenden Ventilen, Haarnadelventilfedern und einem angeblockten Dreiganggetriebe mit automatischer Schmierung. Dieser Motor leistete für damalige Verhältnisse sensationelle 12 PS. Ab 1926 baute man bei der ERMAG auch ein 500ccm-Modell. Dieses Motorrad war speziell für Seitenwagenbetrieb ausgelegt. Mit zwölf PS und seitengesteuerten Ventilen war dieser Motor auf den ersten Blick sicher keine technische Sensation, aber Roder legte bei dieser Konstruktion vor allem auf Standfestigkeit und Zuverlässigkeit Wert. Das letzte ERMAG-Modell war die GV 1. Eine 500ccm-Maschine, die ab 1930 aus den noch vorhandenen Lagerbeständen, mit einem Motosacoche-Motor und anderen Fremdteilen gebaut wurde. Insgesamt haben 2000 Motorräder die Werkstätten der ERMAG verlassen.

Albert Roder, dieser große Konstrukteur, arbeitete nach seiner Zeit bei der ERMAG bei so bedeutenden Firmen wie Züdapp, Viktoria und NSU, wo er maßgeblich an der Entwicklung der Nachkriegs-Motorräder und des erfolgreichsten Kleinwagens, des NSU Prinz beteiligt war.

ERMAG



VFE-History


ErmagErmag
ErmagErmagErmag
Die einzige überlebende ERMAG im Museum (Erlangen wollte sie nicht)
ERMAG GV 500


VFE-History